Nach der Boston Tea Party 1773 und den folgenden Bestrafungsaktionen der amerikanischen Kolonien durch England eskalierten die Spannungen. Der neue Staatenbund benötigte dringend Geldmittel zur Finanzierung der neuen "Kontinentalarmee" für den Revolutionskrieg und sonstiger Aufgaben. Dazu wurde bereits im Juni 1775 vom Continental Congress das erste Papiergeld gedruckt. Die in Umlauf gebrachten Geldscheine wurden im Volk bald als "Continentals" bezeichnet. Auf den Scheine stand gedruckt, das Papier stelle einen bestimmten Anteil des spanischen Silberdollar (den "spanish milled dollar") dar. Dieser Dollar wurde gewählt, weil er in den Sezessionstaaten das verbreitetste und beliebteste Zahlungsmittel darstellte und zugleich nichts mit dem Pfund Sterling, der Währung des Kriegsgegners zu tun hatte.
Die unten wiedergegebene Vorder-, bzw. Rückseite des "Continental" in einer der Auflagen von 1776 bezeichnet sich als 1/3 Dollarnote "gemäß Beschluss des Kongresses vom 17. Februar 1776".

Eine detailliertere Darstellung des Continental in englischer Sprache findet sich im hier frei per Download erhältliche Buch von Murray Rothbardt, "History of Money and Banking in the United States" auf den Seiten 59ff. Die damals in den Kolonien existierende Geldmenge wird auf 12 Mio. Dollar geschätzt. Schon bis Ende 1775 ließ der Kongress Continentals mit einem Nennwert von sechs Mio. Dollar drucken, was die Geldmenge um 50% steigerte. Binnen fünf Jahren wurden bis 1779 für über 225 Mio. Dollar Continentals an Papiergeld in Umlauf gebracht. Der Tauschwert des Continental als gedruckter Papierdollar nahm im Verhältnis zum Bezugswert, dem spanischen Silberdollar, immer mehr ab. 1781 war der Continental-Dollar nur noch ein 1/168tel des Silberdollars wert. Dies entspricht einer Inflation von 16800% innerhalb von sechs Jahren. Die Tatsache, dass der Continental kein festes Versprechen auf Einwechslung in Silberdollars enthielt machte ihn beim Publikum zu einer Art Schuldschein, dessen Wert immer weiter sank, da man immer weniger an dessen Einlösung in Silber als wirklichem Geld geglaubt wurde.
Als der Continental schon 1779 kaum noch etwas wert war, kam es zunehmend zu Zwangsrequirierungen bei Bauern oder dem Handel durch die Revolutionsarmee. Niemand wollte den Soldaten für ihren Sold in Papiergeld freiwillig noch etwas zum Wert des Silberdollar verkaufen. Daher wurde der Warentausch gegen das wertlose Papiergeld erzwangen. Zusätzlich zum amerikanischen Kongress druckten auch Quartiermeister der Revolutionsarmee Papiergeld. Auch einige Bundesstaaten gaben immer mehr eigenes Papiergeld im Gesamtnennwert von über 210 Mio. Dollar heraus, was Inflation und Finanzchaos weiter anheizte.

Nach Friedensschluss mit England endete 1783 der Revolutionskrieg 1783 - die Unabhängigkeit war hergestellt, die Ausgabe von Continentals wurde beendet. Ebenso stellten fünf Staaten ihre Papiergeldproduktion ein, insgesamt wurde zusammen mit den Continentals für über 450 Mio. Dollar Papiergeld herausgegeben. Die Continentals wurden auch nach Kriegsende nicht in Silberdollar umgewechselt - alle Inhaber gingen leer aus. Aus dieser Zeit stammt der Spruch "not worth a continental" wenn man die Wertlosigkeit einer Sache ins Bild setzen wollte. Einzelne Staaten ermöglichten den Inhabern, ihr vom Staat gedrucktes Papiergeld einzuwechseln, allerdings nur zu lächerlichen Werten. Das Umtauschverhältnis der Geldscheine zum echten spanischen Silberdollar betrug in Virginia und Georgia jeweils 1000 zu 1.
Die Hyperinflation des Continental, der ersten Papiergeldwährung der Vereinigten Staaten führte zusammen mit den Kriegsfolgen zu schweren wirtschaftlichen Konflikten. Dem Zusammenbruch des Papiergelds in der Hyperinflation folgten Jahre der Deflation und eine schwere Schuldenkrise, die teilweise bürgerkriegsähnliche Ausmaße annahme. Während die zur Kriegsfinanzierung von Frankreich, den Niederlanden und Spanien aufgenommenen Auslandsschulden jetzt mit (fehlendem) Gold und Silber zurückzuzahlen waren, ließen im Inland reich gewordene städtische Kaufleute das Eigentum ihrer ländlichen Schuldner pfänden. Säumige Schuldner wurden damals im Schuldgefängnis des jeweiligen Landkreises festgesetzt. Als Reaktion auf die Zustände entstand im August 1786 die "Shayschen Rebellion" in Massachsetts, eine Rebellenarmee von Schuldnern und verarmten, von Schulden und Steuern gedrückten Bauern und Ex-Soldaten, die von Captain Shay angeführt wurde.

Shay (oben links im Bild) war vor dem Revolutionskrieg ein armer Landarbeiter, der bald in die Kontinentalarmee eintrat und nach mehreren Schlachten als Verwundeter ohne Sold aus dem Wehrdienst ausscheiden musste. Zurück daheim machte man ihm dann wegen Schulden den Prozess. In den verarmten Schichten, die ihr Schicksal als große Ungerechtigkeit empfanden, entstand schnell die Rebellenarmee, die ihre Restschuldbefreiung sowie andere Reformen durchzusetzen versuchte und sich gegen die Durchsetzung des Schuldrechts durch Absetzung von Gerichten, Richern, Schuldeintreibern usw. wehrten. Im Januar 1787 wurden rund 1000 Rebellen durch eine privat von Kaufleuten aus Boston finanzierte Miliz verhaftet. Danach war die Rebellion beendet.
Als wenige Monate später im Mai 1787 die verfassungsgebende Versammlung in Philadelphia zusammentrat, stand diese auch unter dem Eindruck der Gewaltausbrüche, die auf die Hyperinflation und das folgende Finanzchaos gefolgt waren. Das ungedeckte Papiergeld war völlig in Mißkredit geraten, Amerika hatte seine Lektion mit Papiergeld gelernt. Die schließlich 1789 verabschiedete amerikanische Verfassung bestimmte daher unter anderem in Artikel I, Abs. 10, dass Staatsschulden nur in Gold- oder Silbermünzen zurückzuzahlen sind.
Dass für den US Dollar spätestens seit 1971 keine Gold- und Silberdeckungsgarantie mehr gegeben wird und somit Scheingeld (Fiat Money) darstellt, wird angesichts der Finanzkrise durch eine wachsende Zahl von US-Bürgern als Verfassungsbruch angesehen, die bei den Vorwahlen 2008 den libertären Kongressabgeordneten Ron Paul als Präsidentschaftskandidat über eine erfolgreiche Internetkampagne unterstützten. Viele befürchten, dass entsprechend der Erfahrungen mit dem Continental in den USA bald die zweite Hyperinflation ausbrechen könnte.
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