Da Claros als physische Rundbarren in Feinsilber oder Feingold in Gewichtseinheiten geprägt werden, konnte bei Verpackungsfragen auf den bis heute bewährten Einsatz von Rollpapier als normierte Mengenverpackungseinheit für jeweilige Metallronden als Münzen oder Medaillen zurückgegriffen werden.
Anhaltspunkte für die erfolgreiche Normierung von Rollpapier als Verpackungsmaterial bieten beispielsweise die Regularien der Deutschen Bundesbank für Euro-Cent und Euros als Münzen (vergl. Richtlinie für die Fertigung von Münzrollen in Folienpackungen (PDF), Anhang 1 als Technische Spezifikationen für Folienpackungen (PDF) und sowie Anhang 2 als Rollenpapier-Spezifikation (PDF).
Auch für den Claro wird klassisches Rollpapier als Verpackung genutzt, wobei jeweils 10 gleiche Rollen in eine Klarsichtfolienpackung verpackt werden. Dieses Verfahren bietet eine Reihe von Vorteilen:
(1) Bedrucktes Rollpapier ist ein besonders preiswertes Verpackungsmaterial. Zugleich informiert jedes Rollpapier über den Etikettenaufdruck über Zahl und Art der in der Rolle jeweils enthaltenen Rundbarren - seien es Edelmetall-Ronden, Münzen oder Medaillen. Der Einsatz von Rollpapier hilft, dass der Claro möglichst preiswert, mit möglichst geringem Aufgeld zum Rohstoffpreis des enthaltenen Edelmetallgewichts produziert, verpackt, angeboten, gelagert oder verschickt werden kann.
(2) Rollpapier optimiert die Packdichte, was Lagerhaltung und Transport preiswerter macht. Die beim Stapeln papiergerollter Ronden gegenüber anderen Verpackungsformen höhere Packdichte nähert sich der massiver Metallbarren nahe. Trotzdem bieten papiergerollte Rundbarren gegenüber den größeren Barren die gewünschte feine Stückelung für den potentiellen physischen Einsatz als zukünftig in und nach einer Papierwährungskrise benötigtes physisches Silbergeld oder Goldgeld. Jedenfalls benötigen Rollen in Rollpapier im Vergleich zu anderen Verpackungsarten für Rundbarren, Münzen und Medaillen für gleiche Stückzahlen, bzw. Gewichtsmengen bei Tresoren oder anderen Lagern besonders wenig Stauraum.
(3) Rollen reduzieren Kratzgefahr für Prägungen gegenüber Beuteln. Durch die übliche Randstauchung bei Münzen oder Medaillien verhindert der so erhöhte Außenrand beim Verpacken in Rollen das Verkratzen der Prägeflächen. Die Verwendung von Stoffsäcken als alternatives klassisches Verfahren für die kompakte Lagerung von Silberstücken oder Goldstücken führt zum Verkratzen der Metallronden. Beutel, bzw. Säcke sind daher gerade für Ronden aus relativ weicherem Feinsilber oder Feingold nicht angezeigt.
(4) Erprobte Gerätetechnik, Kontroll- und Verpackungsautomation einsetzbar. Seit vielen Jahrzehnten bieten Hersteller auf dem Weltmarkt verschiedenste Sortier-, Zähl-, Kontroll-, Rollier- und Verpackungsmaschinen für Münzen an. Mit diesen Maschinen sind Organisations- und Verpackungsprozesse als Workflow im Münzwesen und erforderlicher Wertlogistik automatisierbar. Erreicht die Claro-Produktion in einer späteren Phase höhere Stückzahlen, kann zum Zweck der Automatisierung auf dieses Equipment zurückgegriffen werden. Dies gilt potentiell nicht nur für die Produktion, sondern auch für Vertriebspartner, falls bei entsprechenden Mengen dort Rationalisierungsbedarf entsteht.
(5) Identifizierung über Barcodes und freier Data-Matrix-Code. Das System von Rollpapier als Claro-Rollenverpackung ist durch Vergabe maschinenlesbarer Barcodes innovativ als Open Source Projekt ausbaubar. So können später bei höheren Umsätzen zusätzlich Barcodes auf die Rollpapiere gedruckt werden. So können die Claros als Rollenprodukte automatisch identifiziert und in logistische Prozesse eingebunden werden. Ebenfalls kann für jede einzelne Rolle eine individuelle Identifikationsnummer als Unique ID (UID), usw. vergeben werden. Dies ergänzt die anonyme Funktionalität der Claros als Stücke aus Feinsilber oder Feingold durch die Option der Identifikation als Rolle. Damit kann auch in einem Sammellager die vom Kunden erworbenen Rollen eindeutig zugeordnet werden, sofern der Kunde den direkten physischen Bezug konkret dieser Rollen mit UID wünscht. Ferner verbreiten sich auch für Handy-Kameras lesbare Barcode-Typen wie der DataMatrix-Code, für die Standards und diverse freie Software verfügbar sind. Bei Verwendung auf den Rollen kann jeder Handynutzer per Handykamera einen Identifikationscheck für jede Claro-Rolle starten. Per Handy-Kamera online oder per SMS identifiziert könnten damit gegebenenfalls auch Zahlungs-Transfers per Handy und PIN ausgelöst werden.
Farbe der Rollpapiere für Silber-Claros. Als Farben für die Rollpapiere bei den Silber-Claros wurden kühlere Papierfarben in Blau-, Grau- und Grüntönen gewählt. Silber wird traditionell vorwiegend mit kaltem Licht verbunden. Nicht zufällig wird Silber traditionell mit dem als kalt empfundenen Mondlicht assoziiert. So schreibt das aktuelle deutsche Feingehaltsgesetz von 1888 für Silbergeräte die Punzierung mit dem Mondsymbol vor.
Farbe der Rollpapiere für die Gold-Claros. Zur farblichen Unterscheidung von den Silber-Claros werden bei den Gold-Claros als Rollpapier die warmen Papierfarben von Gelb über Orange bis Rot vorbehalten. Denn Gold wird schon immer mit warmen Farben und der Sonne als Lichtquelle assoziiert. Beispielsweise sieht das deutsche Feingehaltsgesetz als Punzierung von Goldgeräten einen Kreis als Sonnensymbol vor.
Folgende zwei Tabellen informieren über die Rollpapiere für die Silber-Claros pro Gewichtsnominal. Die Rollen-Normierung für die Gold-Claros erfolgt nach endgültiger Festlegung der Durchmesser für die Prägungen. Tabelle 1 gibt die jeweilige Stückzahl der Claros pro Rolle, die aufgedruckte Inhaltsangabe, die Papierfarbe und das garantierte Gesamtgewicht Feinsilber je Rolle in Gramm+ und Unzen+ an, sowie das durchschnittliche Realgewicht je Rolle. Als Klarsicht-Folienpaket (Schrumpffolie) werden jeweils 10 Rollen Claros in zwei 5er Reihen zusammen geschweisst. Dadurch ergeben beispielsweise zwei Folienpakete à 10 Rollen à 30 Claro zusammen 1000 Troy-Unzen 999 Fein-Silber. Dies entspricht dem Feingewicht und Feingehalt eines Silberbarren von 1000 Unzen nach den Good Delivery Regeln der LBMA als internationalem Quasi-Standard.
| Gewichts- Nominal in Claro | Stück Claros je Rolle | Aufdruck | Farbe Rollpapier | Fein-Silber je Rolle in Unzen (Troy) | Fein-Silber je Rolle in Gramm | Realgewicht Feinsilber in Gramm (ca.) | Rollen je Plastikpack |
| 1 Claro | 100 | 100 Claro (100 x 1 Claro) | Hellgrün | 3 1/3+ | 100+ | 105 | 10 |
| 2 Claro | 100 | 200 Claro (100 x 2 Claro) | Grau | 6 2/3+ | 200+ | 210 | 10 |
| 5 Claro | 40 | 200 Claro (40 x 5 Claro) | Maigrün | 6 2/3+ | 200+ | 210 | 10 |
| 10 Claro | 30 | 300 Claro (30 x 10 Claro) | Hellblau | 10+ | 300+ | 315 | 10 |
| 15 Claro | 20 | 300 Claro (20 x 15 Claro) | Dunkelgrün | 10+ | 300+ | 315 | 10 |
| 20 Claro | 50 | 1000 Claro (50 x 20 Claro) | Leuchtgrün | 33 1/3+ | 1.000+ | 1.050 | 10 |
| 30 Claro | 50 | 1500 Claro (50 x 30 Claro) | Blau | 50+ | 1.500+ | 1.575 | 10 |
Tabelle 1: Rollpapier für Silber-Claros: Papierfarbe, Beschriftung, Gewicht Feinsilber je Claro-Rolle
Tabelle 2 gibt die Maße für das Rollpapier, und das Papier-Gewicht pro qm sowie pro Stück Rollpapier an:
| Nominal- Gewicht | Stück Claros je Rolle | Farbe Rollpapier | Höhe Claro-Stapel in cm | Rollpapier Breite in cm | Rollpapier Länge in cm | Gewicht Roll-Papier in g/qm | Gewicht Papier je Rolle in g |
| 1 Claro | 100 | Hellgrün | 6,20 | 8,2 | 13,2 | 80 | 0,9 |
| 2 Claro | 100 | Grau | 7,60 | 9,6 | 13,2 | 80 | 1,0 |
| 5 Claro | 40 | Maigrün | 6,52 | 8,5 | 13,5 | 80 | 0,9 |
| 10 Claro | 30 | Hellblau | 7,62 | 9,6 | 15,2 | 80 | 1,2 |
| 15 Claro | 20 | Dunkelgrün | 6,00 | 8,0 | 17,2 | 80 | 1,1 |
| 20 Claro | 50 | Leuchtgrün | 6,70 | 8,7 | 20,8 | 80 | 1,4 |
| 30 Claro | 50 | Blau | 7,75 | 9,8 | 27,6 | 80 | 2,2 |
Tabelle 2: Maße und Gewicht der Rollpapiere für Silber-Claros je Rolle
Die Papiergewichte je Rolle sind bei der Ermittlung des Feinsilbergewichts je Rolle entsprechend durch Abzug zu berücksichtigen.
Bei entsprechendem zukünftigen Bedarf sind Erweiterungen des Verpackungs-Systems vorstellbar, die die Identifikation, Sicherheit und Kontrolle verbessern können. So könnte fälschungssicheres Papier als Grundlage für verwendetes Rollpapier mit Unique ID Aufdrucken Einsatz finden. Auch die Verwendung transparenter, bedruckter Plastikhülsen könnte sich als Option anbieten, die von Geräteherstellern im Münzwesen bereits automatisiert wurde.
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